Versam, Juli 2026
Ölfarbe als Winternahrung
Vor 5 Jahren konnte ich im Schuppen hinter der Pension ein kleines Depot mit Malerutensilien, Arbeitskleidung und ein paar Dingen des täglichen Gebrauchs einrichten. Es ist jedes Jahr schön, den kleinen Schrank zu öffnen und zu schauen, welche angefangenen Bilder da sind.
Bis jetzt fand ich immer alles unverändert vor. Doch heuer befand sich ein dick gepolstertes Mäusenest im Schrank, und einige Objekte waren angeknabbert. Es hatte im Winter Temperaturen unter minus 10 Grad gegeben, die Mäuse hatten Hunger. Die Ölfarbe wirkte sich auf ihre Verdauung aus; hoffentlich haben es die Tiere unbeschadet überstanden.

Angeknabberte Tuben, bunte Gageli…
Es erinnert mich an eine Episode in dem ersten Atelier, das ich um 1985 zusammen mit Freunden in Aarau gemietet hatte. Der Sohn meiner Freunde war ungefähr jährig, als er auf meine Palette griff und sich eine Handvoll Chromoxidgrün feurig in den Mund schob. Seine Mutter spülte ihm sofort den Mund, doch er hatte mehrere Tage lang leuchtend grünes Exkrement in den Windeln.